Architektur und Natur im Einklang: Das „dasBOOTSman“ in Frankenroda
Projekt: Wohnhaus „dasBOOTSman“ in Frankenroda
Bauherr: Privat
Standort: Frankenroda
Wohnfläche: 154m²
Architekturbüro: Collinprojekt
Genese und Philosophie
In einer der markantesten Naturkulissen des Werratals – gelegen in einer von zwei idyllischen 180- Grad- Schleifen der Werra in Frankenroda – entstand ein dreigeschossiges Wohnhaus, das Architektur nicht als Fremdkörper, sondern als Fortsetzung der Landschaft versteht. Der Entwurf folgt dem radikalen Grundgedanken, ein naturnahes Refugium zu schaffen, das sich seiner Umwelt sowohl ästhetisch als auch ökologisch vollkommen unterordnet und gleichzeitig maximalen Bezug zu ihr herstellt.
Kubatur und Flächeneffizienz
Um den ökologischen Fußabdruck so gering wie möglich zu halten, folgt die Kubatur dem Prinzip der minimalen Bodenversiegelung. Die Grundfläche des Hauses wurde bewusst auf ein Minimum reduziert. Die vertikale Ausrichtung über drei Geschosse kompensiert den kompakten Fußabdruck und schafft eine Zonierung des Wohnens, die mit der Höhe an Intimität gewinnt. Durch diese punktuelle Intervention wird das Landschaftsbild geschont und wertvoller Boden als natürlicher Lebensraum erhalten.
Die Grundidee der räumlichen Gliederung:
Dachgeschoss: Sternenhimmel & Rückzug
Obergeschoss: Individualräume & Ausblick
Erdgeschoss: Wellness und Flussbezug
Materialität und kompromisslose Ökologie
Das Gebäude wurde im anspruchsvollen KfW 40-Standard errichtet – jedoch mit einem konsequenten Verzicht auf die in der modernen Bauindustrie üblichen, synthetischen Hilfsmittel. Das Haus ist ein Manifest für wohngesundes, kreislauffähiges Bauen:
Lichtführung und Landschaftsbezug
Die Fassadenarchitektur löst die Grenze zwischen Innen und Außen visuell auf. Das Gebäude fungiert als architektonische Linse, die die Schönheit der Thüringer Landschaft einfängt:
Regionale Wertschöpfung und Soziokultur
Nachhaltigkeit wurde bei diesem Projekt nicht nur ökologisch, sondern auch soziokulturell definiert. Das Baukonzept sah vor, die Wertschöpfung exakt dort zu belassen, wo das Haus wurzelt. Sämtliche Gewerke wurden ausschließlich an Handwerksbetriebe aus Frankenroda und den direkt angrenzenden Nachbarorten vergeben.
„Dieses Vertrauen in das regionale Handwerk stärkt nicht nur die lokale Identität und Wirtschaft, sondern garantierte eine Ausführungsqualität, die auf traditionellem Wissen und tiefer Verbundenheit mit der Region basiert.“
Fazit
Das Wohnhaus in Frankenroda beweist, dass moderne High-End-Effizienzhäuser (KfW 40) keine synthetische High-Tech-Architektur benötigen. Durch den Fokus auf das Wesentliche – minimalistischer Fußabdruck, reine Naturbaustoffe, regionales Handwerk und die kompromisslose Ausrichtung auf die Natur – entstand ein zeitloses Bauwerk. Es ist ein Ort der Entschleunigung, der die Kraft der Werra-Schleife in jeder Faser spürbar macht.