Projekt: Energetische und bauliche Sanierung sowie Erweiterung eines Reihenendhauses (1950er Jahre)
Bauweise: Konsequenter Holzbau mit Naturbaustoffen
Energetischer Standard: Effizienzhaus KfW 70 (mit Pelletheizanlage)
Wohnfläche: 254m²
Architekt: CollinProjekt
1. Städtebauliche und architektonische Leitidee
Das bestehende Reihenendhaus aus den 1950er Jahren wies die typischen Merkmale seiner Epoche auf: eine solide, aber kleinteilige Substanz, geringe Raumhöhen und eine starke thermische sowie visuelle Trennung von Innen- und Außenraum. Ziel des Entwurfs ist es, den Wohnraum für die Anforderungen modernen Zusammenlebens auf die doppelte Nutzfläche zu erweitern, ohne dabei zusätzliche Grundfläche zu versiegeln.
Die planerische Antwort darauf ist die vertikale und horizontale Nachverdichtung innerhalb des bestehenden Fußabdrucks. Durch eine Aufstockung in Leichtbauweise und die Aktivierung bisher ungenutzter Kubatur wird neuer, lichtdurchfluteter Wohnraum geschaffen.
Architektonisches Hauptmotiv ist die Inszenierung der Umgebung. Das Gebäude grenzt unmittelbar an einen Stadtwald und weitläufige Wiesenflächen. Durch den gezielten Einsatz großformatiger, raumhoher Verglasungen in den neuen Anbaubereichen öffnet sich das Haus radikal zu Natur hin. Die Fassade fungiert hier als fließender Übergang: Der Stadtwald wird zum integralen Bestandteil des Innenraums (Prinzip des „gerahmten Ausblicks“).
2. Konstruktion und Materialkonzept (Konsequenter Holzbau)
Um die Bestandsstatik nicht zu überlasten und gleichzeitig den ökologischen Fußabdruck zu minimieren, werden alle neuen Bauteile ausschließlich im ökologischen Holzbau ausgeführt.
3. Bilanzierung der Grauen Energie und Kreislaufwirtschaft
Ein zentraler Pfeiler des Gesamtkonzepts ist die Vermeidung und Einsparung von grauer Energie (der Energieaufwand für Herstellung, Transport und Entsorgung der Baustoffe) über den gesamten Lebenszyklus des Gebäudes:
4. Energetisches Sanierungskonzept (KfW 70)
Das Gebäude wurde von Grund auf energetisch ertüchtigt, um den anspruchsvollen KfW 70 Standard für Sanierungen zu erreichen. Dies erfordert ein perfekt abgestimmtes Zusammenspiel aus hochwirksamer Gebäudehülle und regenerativer Anlagentechnik. Anlagentechnik und Haustechnik
5. Fazit
Mit der Sanierung und Erweiterung dieses Reihenendhauses wird gezeigt, dass anspruchsvolle Nachverdichtung im urbanen Raum ohne zusätzlichen Flächenverbrauch („Netto-Null-Versiegelung“) realisierbar ist. Durch den radikalen Fokus auf den Holzbau und nachwachsende Rohstoffe wird das Gebäude selbst zu einem CO₂-Speicher. Die Symbiose aus hocheffizienter KfW-70-Technik und der maximalen visuellen Öffnung in den Stadtwald beweist, dass ökologische Nachhaltigkeit und höchste architektonische Wohnqualität Hand in Hand gehen.