Gut Beesen

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1298 wird der Ort erstmals urkundlich erwähnt. Er ist damals im Besitz der Familie Bezeme, die ihm den späteren Namen Beesen gaben. Seit wann dieses Geschlecht dort beheimatet war ist nicht bekannt. Es sind auch keine Erwähnungen der Burg aus dieser Zeit bekannt. Da der Ort aber Hauptsitz eines Geschlechts war, ist von einer Befestigung auszugehen. Diese Annahme wird auch durch die Lage auf einer Anhöhe über der Weißen Elster gestützt. Weitere Gebäudeerweiterungen 16. Jahrhundert, 18. Jahrhundert und 19. Jahrhundert. Baustile: Renaissance, Barock, Historismus.

1. Projektdaten im Überblick

  • Bauherr: privatschule
  • Generalplanung: CollinProjekt
  • Objektart: Denkmalgeschütztes Rittergut (Anlage aus 13 Einzelgebäuden)
  • Datierung: Ursprung im 15. Jahrhundert (mit barocken und klassizistischen Erweiterungen)
  • Denkmalstatus: Ensemble und 13 Einzeldenkmale gemäß Denkmalliste
  • Projektzeitraum: Februar 2022 bis voraussichtlich Ende 2028
  • Leistungsumfang: Generalsanierung, Instandsetzung, Kernsanierung und Teilrekonstruktion

2. Ausgangslage und Städtebaulicher Kontext

Das historische Rittergut aus dem 15. Jahrhundert stellt ein seltenes, in seiner Struktur erhaltenes Ensemble von hoher regionalhistorischer und architektonischer Bedeutung dar. Die Anlage umfasst insgesamt 13 Gebäude, die sich um einen zentralen Wirtschaftshof gruppieren (darunter das Herrenhaus, Torhäuser, Scheunen, Stallungen und Gesindehäuser).

Zu Beginn des Projekts im Februar 2022 wiesen die Gebäude stark unterschiedliche Erhaltungszustände auf – von sanierungsbedürftiger Bausubstanz bis hin zu akut einsturzgefährdeten Teilbereichen mit massiven Substanzverlusten.


3. Sanierungskonzept und Leitphilosophie

Aufgrund der Komplexität und Größe des Ensembles erfolgt die Umsetzung in kontinuierlichen, aufeinander abgestimmten Bauabschnitten. Jedes der 13 Gebäude wird Stück für Stück – je nach Schadensbild – instand gesetzt, teil- oder grundsaniert.

Die Generalplanung basiert auf vier tragenden Säulen:

3.1 Fundierte Bestandsdokumentation

Jeder Maßnahme geht eine akribische, bauhistorische und restauratorische Bestandsaufnahme voraus. Mittels moderner Aufmasstechniken und Schadenskartierungen wird die historische Substanz digital erfasst. Diese Dokumentation dient als rechtliche und handwerkliche Absicherung während des gesamten Bauprozesses.

3.2 Denkmalgerechte Sanierung mit natürlichen Baustoffen

Um das historische Raumklima und die physikalischen Eigenschaften der jahrhundertealten Gebäude zu wahren, wird konsequent auf traditionelle und natürliche Baustoffe gesetzt. Zum Einsatz kommen unter anderem:

  • Sumpfkalk- und Luftkalkmörtel für historisches Mauerwerk
  • Reine Kalk- und Lehmputze im Innenbereich (zur Feuchtigkeitsregulierung)
  • Historische Holzverbindungen und konstruktives Eichen-/Nadelholz für die Dachstühle
  • Lehm- und Hanfdämmungen für den diffusionsoffenen Wärmeschutz

3.3 Präzise Rekonstruktion und Angemessenheit

Abgegangene oder stark geschädigte Bauteile (wie historische Fachwerkwände, Gewölbe, Fensterformen oder Stuckelemente) werden auf Basis historischer Befunde und analoger Vorbilder maßgenau rekonstruiert. Bei jeder Maßnahme gilt das Prinzip der Angemessenheit: Es wird nur so viel erneuert wie nötig und so viel historische Substanz erhalten wie möglich (Substanzschonung vor Erneuerung).

3.4 Behördenabstimmung

Sämtliche Planungs- und Ausführungsschritte erfolgen in enger und kontinuierlicher Abstimmung mit dem zuständigen Landesdenkmalamt sowie den unteren Denkmalschutzbehörden. Jede Sanierungsvariante wird im Vorfeld bemustert und einvernehmlich festgelegt.


4. Bauabschnitte und Zeitplan

Das Projekt ist auf einen Gesamtzeitraum von knapp sieben Jahren angelegt, um eine handwerklich hochwertige und substanzschonende Ausführung zu garantieren.

[2022] ───► [2023 - 2025] ───► [2026 - 2027] ───► [2028]

Projektstart  Sicherung &      Innenausbau &       Fertigstellung

& Notdach     Rohbausanierung  Spezialgewerke      Restarbeiten

  • Februar 2022: Projektstart, Notwassersicherungen, Beräumung und Beginn der bauhistorischen Untersuchungen.
  • 2022 – 2025: Schwerpunktmäßige statische Instandsetzung der Dachstühle, Sanierung der Natursteinfundamente und Schließung der Gebäudehüllen (Dach/Fachwerk/Fenster) bei den am stärksten gefährdeten Gebäuden.
  • 2026 – 2027 (Aktuelle Phase): Fortführung der Sanierung im Innenausbau, Integration moderner, unsichtbarer Haustechnik (unter denkmalpflegerischen Auflagen) und Beginn der Rekonstruktion abgegangener Bauteile.
  • Voraussichtlich 2028: Fertigstellung der letzten Außenanlagen, finale Restaurierungsarbeiten und schlüsselfertige Übergabe des Gesamtensembles.

5. Zielsetzung

Ziel der Generalsanierung ist es, das Rittergut als bedeutendes Zeugnis der regionalen Baukultur des 15. Jahrhunderts für kommende Generationen dauerhaft zu sichern. Durch die Revitalisierung der 13 Gebäude wird dem Ensemble eine neue, nachhaltige Nutzung zugeführt, ohne dessen historischen Charakter, seine Patina und seine städtebauliche Integrität zu schmälern.