Werkhalle CollinLicht

Projekt: Neubau einer gläsernen Manufaktur für Lichtkonzepte und Sonderleuchtenbau

Bauherr: Collinprojekt

Standort: Schemmerberg

Nutzfläche: 480m²

Architekturbüro: CollinProjekt


1. Architekturkonzept und Leitidee

Die Kernkompetenz des Unternehmens – das Zusammenspiel von Licht, Raum und Materialität – bildet das gestalterische Fundament des Entwurfs. Ziel war es, kein reines Industriegebäude zu schaffen, sondern eine „Gläserne Manufaktur“, die maximale Transparenz, handwerkliche Präzision und technologische Innovation widerspiegelt.

Das Gebäude versteht sich als architektonischer Lichtkörper. Durch die weitgehend gläserne Fassade wird die Grenze zwischen Innenraum und umgebender Natur visuell aufgehoben. Die Architektur inszeniert das Tageslicht als dynamisches Gestaltungselement, das sich im Laufe des Tages verändert und somit den perfekten Rahmen für die Entwicklung und Fertigstellung hochwertiger Sonderleuchten bietet.


2. Raumprogramm und Funktionale Struktur

Das Gebäude zeichnet sich durch eine klare, nutzungsoptimierte Zonierung aus, die fließende Übergänge zwischen Administration und Produktion ermöglicht.

  • Multifunktionale Werkhalle:

Das Herzstück des Gebäudes bildet die großzügige Werkhalle. Durch den Verzicht auf starre Trennwände bietet sie große, flexibel nutzbare Flächen. Diese Struktur erlaubt es, die Produktionslinien für den Sonderleuchtenbau agil an wechselnde Projektanforderungen anzupassen und gleichzeitig Sonderausstellungen oder Großmontagen barrierefrei durchzuführen.

  • Hochwertige Büro- und Kreativflächen:

Die Verwaltungs- und Planungsbereiche sind nahtlos in das Gesamtkonzept integriert. Der Einsatz von Naturholz-Parkett schafft hier eine warme, haptisch ansprechende Atmosphäre, die im bewussten, edlen Kontrast zur technologischen Anmutung der Werkhalle steht. Große Glasflächen garantieren eine hervorragende Tageslichtbeleuchtung über den gesamten Tag, was die visuelle Leistungsfähigkeit der Lichtplaner optimal unterstützt und Ermüdungserscheinungen vorbeugt.


3. Energiekonzept und Nachhaltigkeit

Ein zentraler Pfeiler des Entwurfs ist die energetische Optimierung des Gebäudes unter maximaler Ausnutzung natürlicher Ressourcen.

  • Sonnennutzung & Tageslichtplanung:

Die Ausrichtung des Baukörpers und die Platzierung der Glasfassaden wurden so berechnet, dass die direkte Sonneneinstrahlung im Winter zur passiven Solarthermie (Heizungsunterstützung) genutzt wird. Ein intelligentes, sensorgesteuertes Verschattungs- und Lichtlenksystem verhindert im Sommer den Treibhauseffekt, leitet aber zeitgleich blendfreies Tageslicht tief in das Gebäudeinnere.

  • Fotovoltaikanlage:

Auf der Dachfläche wurde eine 30- kWp-Fotovoltaikanlage installiert. Diese deckt einen signifikanten Teil des Betriebsstroms für die Produktion und die LED-Prüflabore ab. In Kombination mit einem modernen Energiemanagementsystem wird so der CO₂-Fußabdruck der Manufaktur auf ein Minimum reduziert.


4. Landschaftsarchitektur und Einbettung in die Natur

Das Gebäude wurde nicht in die Landschaft gesetzt, sondern konzeptionell in die Natur eingebettet.

Die Architektur versteht sich als Filter zwischen der umgebenden Landschaft und dem kreativen Schaffungsprozess im Inneren.

Der Außenbereich wurde als repräsentativer Garten mit großzügigen Flächen angelegt. Sichtachsen aus den Büros und der Werkhalle lenken den Blick stets ins Grüne. Der fließende Übergang von den gläsernen Fassaden zu den gestalteten Freiflächen dient nicht nur der Entspannung der Mitarbeiter in den Pausen, sondern fungiert gleichzeitig als exklusiver Open-Air-Ausstellungsraum für Außenleuchten-Konzepte unter realen Bedingungen.


Zusammenfassung

Mit diesem Neubau ist ein zukunftsweisendes Manufakturgebäude entstanden, das Ökonomie, Ökologie und anspruchsvolle Architektur miteinander verbindet. Es bietet dem Unternehmen eine repräsentative Visitenkarte nach außen und schafft im Inneren eine inspirierende, tageslichtdurchflutete Arbeitsumgebung für High-End-Lichtdesign.